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Berggorillas in Bwindi » Meanwhile in

Reisen und andere Katastrophen.

Meanwhile in

Berggorillas in Bwindi

Die mächtigen Berggorillas in Bwindi sind eine Augenweide für sich. Und der dichte Nationalpark um sie herum, der sie schützt, gestaltet sich nicht weniger atemberaubend. Aber Vorsicht: Nur der frühe Vogel fängt den Genehmigungs-Wurm.

Falls es also euer Lebenstraum ist, einmal die Berggorillas zu sehen, dann findet ihr hier eine vergleichsweises günstige Option dafür. Weil ich allerdings so unglaublich fasziniert von ihnen war, gibt es auch ausführliche Beschreibung meines Besuches 2019.

Berggorillas in Bwindi

Die betörende Stille wird anfangs nur durch zartes Summen von einer Armada zahmer Insekten durchdrungen. Wir sehen kaum etwas. Vier Rangers schlagen den Weg mit Macheten für vier mit Kameras bewaffneten Touristen frei. Uns umringt eine Wand aus Bäumen und Dickicht – soweit das Auge reicht, etwa einen Meter. Auf einmal kracht es als würden die Bulldozer zum Roden des Regenwaldes anrauschen. Noch immer sehen wir nichts. Aber dann: In der Distanz fällt der Ast eines mächtigen Baumes unter lautem Getöse zu Boden. Der Schuldige ist schnell ausgemacht. Darunter ein unschuldiger dreinschauender Schwarzrücken mit rund 100 Kilogramm.

Er scheint sich seiner Größe nicht bewusst zu sein. Und so turnt er auf den Bäumen herum als würde er nur einen Bruchteil seines Gewichtes wiegen. Die Bäume ächzen unter seiner Last aber er klettert weiter. Vielleicht glaubt er, er wäre ein graziler Makake oder er hat der Kindheit noch nicht Adieu gesagt. Genau werden wir es nie wissen. Die krachenden und brechenden Bäume erleichterten uns auf jeden Fall die Suche.

Schwarzrücken, ohne Gewichts-Kompexe

Schwarzrücken wird zu Silberrücken

Er scheint ebenfalls noch nichts zu ahnen von der Verantwortung, die ihm vielleicht irgendwann übertragen wird. Denn nach etwa 12 Jahren wachsen den männlichen sowie dominanten Berggorillas graue/silberne Haare auf ihrem Rücken. Sie werden zu „Silberrücken“. Von da an sind sie bereit für die Führung der Gruppe, die durchschnittlich 10-20 Individuen umfasst. Dazu verlassen männliche Gorillas meistens ihre Ursprungsfamilie im Alter von elf Jahren und suchen eine eigene Gruppe. Auf ihrem Höhepunkt bringen Silberrücken in Bwindi bis zu 250 Kilogramm auf die Dschungelwaage – und das bei einer beachtlichen Größe von bis zu 1,75 m. Somit sind männliche Gorillas die größten Menschenaffen der Welt. Natürlicherweise legen Gorillas den Großteil ihrer Strecken zu Fuß zurück. Nichtsdestoweniger konnten wir vorrangig jüngere Gorillas dabei beobachten, wie sie ihre Kletterkünste zu demonstrieren versuchten.

Belohnung nach rutschigem Weg

Wir haben sie gefunden. Mit Socken über den Hosenbeinen, um sich vor lästigen Ameisen zu schützen, und mit Gehstock ausgerüstet (um sich vor blauen Flecken zu schützen), haben wir sie nun gefunden. Nach 2,5 Stunden mühevollem Abstieg über Hänge, die durch den Regen der Nacht zu einer haarsträubenden Rutschpiste mutiert waren – Stürze und ruinierte Kleidung garantiert – stehen sie nun vor uns. Die Berggorillas-Gruppe in Bwindi mit dem liebenswürdigen Namen “X-MAS”. Die Zeit läuft! Ab jetzt dürfen wir eine Stunde mit ihnen verbringen.

Berggorillas in Bwindi
Silberrücken “X-MAS” wurde am 24.12. geboren

Einmal sprintet er auf uns zu und stellt sich schützend, nach dem Motto "DU KOMMST HIER NICHT REIN", vor seine Familie.​

X-MAS steht mit circa 20 Jahren bereits in jungen Jahren einer nach ihm benannten Gruppe mit 10 Gorillas vor. In freien Wildbahn könnte er immerhin 35-40 Jahre alt werden. Maximal führen dominante Silberrücken Gruppen mit bis zu 30 Gorillas an. Dort tragen sie Verantwortung für den Zusammenhalt, die Sicherheit und das Wohlergehen ihrer Familie. Sie schlichten interne Konflikte und treffen alle notwendigen Entscheidungen, zum Beispiel entscheiden sie über Zeitpunkt und Richtung der Wanderschaft ihrer Gruppe auf der Suche nach den besten Futterplätzen. Sie verteidigen die Gruppe darüber hinaus sowohl gegen andere Silberrücken, die die Gruppe übernehmen wollen, als auch gegen die Bedrohung durch menschliche Wilderer.

So nah und doch so fern - die Berggorillas in Bwindi

Irgendwo hier sollen sie sein, die Gorillas

So nah und doch so fern. Es kommt einem unmöglich vor, aber irgendwo im undurchdringlichen Dickicht des Bwindi-Nationalparks verstecken sich diese sanften Kolosse. Während wir in Nkuringo über unsere “Rechte und Pflichten” beim Besuch der Berggorillas in Bwindi aufgeklärt wurden, waren bereits “Spotter” ausgeschwärmt um nach den Gorillas zu suchen. Wonach sie Ausschau halten? Nach Affen-AA, Geräuschen, Fußabdrücken und speziellen Mücken, die den Menschenaffen auf “Schritt und Tritt” folgen.

Naher Verwandter vom Mensch

Berggorillas in Bwindi

2-jähriger Gorillanachwuchs macht uns “schöne Augen”

Der Gorilla ist – nach den Schimpansen – unser nächster Verwandter im Tierreich. So überrascht es auch nicht, dass die Tragzeit identisch zum Menschen neun Monate beträgt. Insgesamt haben Gorillas viele ähnliche Bedürfnisse😜 Sie leben in Haremsgruppen und jede Nacht verspüren die Waldbewohner den Drang in einem anderen Bettchen zu schlafen. Da es im Dschungel jedoch keinen Ikea gibt, baut sich jeder sein eigenes Schlafnest – und das jeden Tag. Nur Säuglinge bleiben bei ihrer Mutter. Eine weitere Analogie: Die Unterstützung durch die Gorilla-Frauen entscheidet über Gedeih oder Verderb der Gruppe. Wenn sich der Anführer nicht ihren Respekt verdient, werden sie mit ihren Kindern die Gruppe verlassen und sich auf die Suche nach einem geeigneteren Gorilla-Mann machen

Ein Auslaufmodell der Evolution

Berggorillas ernähren sich zu 99 % vegan. Den Rest naschen sie in Form von Kleininsekten und Bodentierchen. Um ihre riesige Masse aufrecht zu erhalten, benötigen die Gorillas in Afrika hohe Mengen Energie. Weil ihr Lieblingsessen Blätter (und ein paar Früchte) jedoch nur eine geringe Energiedichte aufweist, müssen die Menschenaffen quasi den ganzen Tag mampfen. Ihr Gebiss schafft es nicht, alle Nährstoffe aus den Pflanzen zu kitzeln. Infolgedessen futtern ausgewachsene Silberrücken täglich schätzungsweise bis zu 30 Kilogramm Pflanzen. Das stellt gleichzeitig eines ihrer größten Probleme dar. Auch wenn ihre Population in der Vergangenheit anstieg, gilt sein Überleben der Spezies deswegen keineswegs als gesichert. Wir verließen die sanften Gorillas nach 1 Stunde wieder um sie nicht zu sehr beim Essen zu stören.

Ohne Schutz bedroht

4 Touristen, 4 Rangers und 1 Wald

Kurz vor unserer Abreise konnten wir noch ein exklusives Interview mit X-MAS, dem Silberrücken, führen, welcher uns die Fotorechte überließ. Währenddessen wurde mir die düstere Prognose für seine Art bewusst. Er berichtete uns zum Beispiel, dass ihn das hohe Bevölkerungswachstum in den letzten Jahrzehnten auf die Probe stellt: “Immer mehr Häuser werden gebaut. Dafür werden immer mehr Bäume benötigt. Immer mehr Äcker werden angelegt. So zerstören die Menschen mein Zuhause. Zusätzlich gefährden illegale Jagd, Tierhandel sowie durch Menschen übertragene Krankheiten meine Art.” Aber es ist noch nicht zu spät.

Besuch von Bwindi schützt die letzten Gorillas

Abschließend setzte X-MAS noch ein Plädoyer für den Besuch von Bwindi: “Mit dem Geld aus dem Gorilla-Tourismus können meine Art und mein Lebensraum besser geschützt werden. Der Preis ist nur deshalb so hoch, damit nicht so viele Leute kommen. Ab und zu kommen auch Park-Ranger und Tierärzte bei mir vorbei und fragen mich wie es mir geht. Ohne den Tourismus würden wir vermutlich bereits zu Trophäen und Teppichen verarbeitet oder wir wären nur noch in Zoos zu finden. Also kommt mich besuchen. Ich verspreche euch, wir sind es wert.”

Bergorillas in Bwindi
Hallo, ich bin ein Gorilla

Berggorillas in Bwindi: Naturnaher Tourismus

Pro Tag dürfen nur 90 Personen die Berggorillas in Bwindi besuchen. Diese werden auf rund 18 Gruppen sowie 4 Startpunkte aufgeteilt. Die Besucherzahl pro Gruppe erscheint also sehr überschaubar und naturnah. Wir benötigten alles in allem 5-6 Stunden, wovon wir 1 Stunde mit den Gorillas durch den Wald streunten. Je nach dem wie weit entfernt sich die besuchte Gruppe aufhält, kann die Suche allerdings auch einen ganzen Tag dauern, weshalb schon ein Powerriegel eingepackt werden sollte. Sonst schafft ihr es nicht mehr zur Krönung. Denn zum Abschluss wurde uns unter Getöse feierlich eine Urkunde überreicht. Was für ein Tag!

Manchmal schauen sie uns minutenlang direkt in die Augen. Ach, wie gerne würde ich in diesen Situationen ihre Gedanken lesen können.

Gorillas-Trekking: Genehmigungen müssen früh gebucht werden

Die Permits kosten 600$ pro Tag. Aber Vorsicht: Nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Denn aufgrund der sehr überschaubaren Anzahl an Tickets sind diese oft schon 6 Monate im Voraus ausgebucht. Wer also in den Genuss dieses atemberaubenden Schauspiels kommen möchte, sollte keine Zeit vertrödeln, sonst ereilt euch vielleicht auch dasselbe kostspielige Schicksal wie es uns ereilte. Weil wir erst 3 Monate vor unsere Reise aus unseren geistigen Winterschlaf fielen, mussten wir eine 3-Tages-Tour ab Entebbe buchen. Kostenpunkt komatöse 1150 $. Als hopp, hopp. Wer nach Uganda will buche das High­light dieser lebensverändernden Expedition schon frühzeitig. Vor allem zu Hauptreisezeiten im Dezember, Januar und Juli bis September sind die Permits schnell ausgebucht.

Bwindi Nationalpark

Der Bwindi Impenetrable National Park liegt im äußersten Westen Ugandas an der Grenze zum Kongo. Der auf 1160 bis 2607 m gelegene Nationalpark ist mit großteils undurchdringlich (impenetrable) Bergregenwald überzogen. Er beheimatet rund 41 Berggorillas-Familien. 18 sind habituiert, also an den Menschen gewöhnt. 23 nicht. Meistens besuchen die Besucher an den Menschen gewöhnte Berggorillas. Selten nicht.

X-MAS auf Abwegen

Die Gorilla-Gruppen können die Grenzen ohne Pass passieren, weshalb sich X-MAS samt der von uns besuchten Gruppe, in der Vergangenheit dafür entschied im “Asyl” im Kongo zu leben. Über den Grund können wir nur spekulieren: Vielleicht schmeckten ihm dort die Blätter besser? Vielleicht lernte X-MAS dort eine hübsche Kongolesin kennen? Wir wissen es nicht! Glücklicherweise kehrten er und seine Gefolgschaft nach fünf Jahren wieder nach Bwindi zurück, wo sie nun wieder besucht werden können.

Wo gibt es noch Berggorillas?

3 Länder, 2 Nationalparks. Neben dem Bwindi-Wald in Uganda bewohnen Berggorillas ein kleines Gebiete in den Virunga-Vulkanen im Grenzgebiet von Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo. Ihr Lebensraum sind Gebirgswälder zwischen 2200 und 4000 Metern Seehöhe. Stand 2012 streunen in Bwindi mindestens 400 Berggorillas durch die Wälder. Insgesamt wird ihre Zahl auf 1000 geschätzt – mehr als die Hälfte der gesamten Population sollen Wahl-Ugander sein.

Wahl des Ausgangspunktes

Vier Orte bilden den Startpunkt zum Gorillas-Tracking: Buhoma, Ruhija, Rushaga und Nkuringo. Je nachdem, aus welcher Richtung ihr anreist, kann die Wahl des Ausgangspunktes sehr wichtig sein. Insbesondere in der Regenzeit (oder nach Regen) verkommen die Straßen sehr gerne zu Rutschpisten. Einige Ausgangspunkte sind dann nur noch schwer erreichbar. Und glaubt mir, gefrorene Straßen sind 100-mal besser zu befahren als diese Lehmpisten.

Das ist noch eine der besseren Straßen

Was brauche ich fürs Gorilla-Trekking?

  • Regenjacke
  • Lange Hose
  • Festes Schuhwerk oder Gummistiefel (wie sie die Einheimischen verwenden)
  • Insektenspray
  • Sonnenschutz
  • Socken über die Hose gekrempelt (Schutz vor Ameisen)
  • Jause
  • Genügend Wasser
  • Kamera

Was ihr zum Gorilla-Trekking nicht braucht

  • Stöckelschuhe
  • Anzug
  • Krawatte
  • Abendkleid
  • Schön geputzte Schuhe

Wie finde ich hin

  • Von Kampala über Mbarara je nach Verkehr circa 8-9 Stunden
  • Queen Elisabeth Nationalpark (Ishahsa) circa 4 Stunden
  • Kbale circa 6 Stunden
  • Lake Mburu Nationalpark circa 6 Stunden
  • Da die Straßen vor allem in den Parks sehr holprig sind, ist ein höher gelegter Allradwagen Pflicht. Aber selbst die sind vor den Straßen nicht gefeit. Auf dieser Tour brach bei unserem Tourbus beispielsweise die Stoßstange.

Temperaturen und Klima

Die Temperaturen bewegen sich zwischen 7 und 20 °C. Die durchschnittliche Regenmenge beträgt 1500 mm pro Jahr. Die Monate Juni und Juli gelten als die kältesten. Ich rate zu einem Zwiebellook mit unterschiedlichen Schichten, denn das Wetter kann schnell wechseln. Zwischen klirrend kalt bis triefend heiß, kann alles dabei sein. Durch die Nähe zum Äquator sind die Sonnenstrahlen zudem sehr intensiv. Sobald der Himmel frei von Wolken ist, kann es zackig recht warm werden.

Zusammenfassung wichtige Punkte

  •  Tickets: Kostenpunkt 600 $. Müssen weit im Vorhinein gebucht werden
  • Hauptreisezeiten: Dezember, Januar und Juli – September
  • Wahl des Ausgangspunktes muss gut überdacht werden
  • Dauer insgesamt: Zwischen 5 Stunden und den ganzen Tag
  • Im Preis inbegriffen: Eintritt für den Nationalpark, Ranger, Guides, Spurenleser und Muskelkater
  • Eine Gruppe wird von maximal 8 Personen am Tag besucht
  • Mindestalter 15 Jahre
  • Die Teilnehmer dürfen außerdem nicht an infektiösen Krankheiten leiden, da diese auf die Gorillas übertragen werden könnten
  • Es existiert ein Besucherzentrum in Buhoma
  • Entweder ihr fährt selbst mit einem !höhengelegten! Allradfahrzeug! dort hin, oder ihr bucht eine Tour. In der Tour sind die Permits meist inkludiert

Nähere Informationen und Permits:

www.ugandawildlife.org/explore-our-parks/parks-by-activity/gorilla-tracking

Ich empfehle die Tour mit dem Mietwagen auf sich zu nehmen. Wer allerdings, wie wir zu spät waren, für die habe ich hier zwei Links für Reiseveranstalter

www.mojhi.com

www.hometoafrica.com

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